Straßennahmen in Haltern: Die Koeppstraße

Carl Schuchardt hat sich vor mehr als hundert Jahren um die Römerausgrabungen in Haltern in der Nähe des Annabergs verdient gemacht. Und daher ist eine Straße nach ihm benannt. Die Schuchardtstraße führt von der Weseler Straße an der Ecke zwischen Kaufpark und Elting zum städtischen Kindergarten an der Conzeallee.

Schuchardt berichtet in seinen Erinnerungen über die Ausgrabungen im Jahr 1899 in Haltern. Darin berichtet er zum Beispiel von den ersten Versuchen, in Haltern auf Spuren der Römer zu stoßen: "Die Aussicht, in Haltern eine erste und vielleicht vielversprechende Station der Römer in Nordwestdeutschland aufzufinden, erweckte den Ehrgeiz der Herren in Münster. Man wollte durch eine Probegrabung nun gleich die Hand darauf legen und beauftragte mich mit einer solchen auf dem Annaberge. Im Juni 1899 hab ich dort dann im Buschwalde den römischen Spitzgraben auf eine weite Strecke aufgefunden, mit ihn begleitenden schwachen Pfostenlöchern für die Pallisadenwand und großen, tiefen für die auf die Berme vorspringenden Türme.

"Im Zeitablauf wurden Scherben, die der Zeit um Augustus zugeordnet werden konnten. Zudem wurde ein ganzer Torbau freigelegt, Spuren eines alten Hafens wurden entdeckt, ebenso wie einige Holzbauten mit Überresten aus Ton und aus Metall. Und dazu schreibt Schuchardt in seinen Erinnerungen weiter: Den ganzen Herbst 1899 haben wir dann eifrig in den unteren Regionen, besonders an der Hafenbucht, gearbeitet. Und als alles auf große Anlagen und starke Rüstung deutete, wie man sie bisher nur für Castra Vetera bei Xanten gekannt, gewannen wir einhellig die Überzeugung, dass es sich um den Hauptstützpunkt der Römer an der Lippe, um das Kastell Aliso handele. Aliso ist im Jahre. 11 vor Chr. von Drusus "am Einfluß des Elison in die Lippe" gegründet, als er an der oberen Lippe bei Arbalo mit genauer Not der Vernichtung durch die Brukterer entgangen war und sich nun doch die Rückkehr über den Fluß für die Zukunft sichern wollte." Es gab im Zeitablauf viele logische Beweise dafür, dass Aliso in Haltern lag und nicht in der Nähe von Paderborn, wie man es bis zu den Funden in Haltern angenommen hatte.

Interessant auch, was Schuchardt über seinen Kollegen Koepp schreibt, nach dem in Haltern ja auch eine Straße benannt wurde: "Der Fortgang der Arbeiten wurde gesichert dadurch, dass Koepp in Münster die ordentliche Professur erhielt und nun in seinen Ferien regelmäßig, wenn auch oft seufzend, nach Haltern gehen konnte."

Schon während seiner Zeit in Haltern war Schuchardt Direktor eines Museums in Hannover und wechselte 1908 als Direktor der Vorgeschichtlichen Abteilung des Völkerkunde-Museums nach Berlin. Diese Stellung hielt er bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1925.

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