Kein Flachs - Die Geschichte des Webens in Haltern

Weben war bis vor ungefähr 150 Jahren und noch eine Frage der Heimarbeit. Auf vielen Bauernhöfen und in vielen Privathaushalten standen Spinnräder, Webstühle und andere Geräte, die man brauchte, um aus Wolle und Hanf Garne herzustellen - eine Aufgabe, die man früher insbesondere für den Eigenbedarf erledigte. Auch der heute noch geläufige Name Brosthaus geht letztlich auf dieses alte Handwerk zurück: Flachs musste in einigen Arbeitsschritten gedarrt werden - also extrem durchgetrocknet - werden. Die Darre wurde in Flachsöfen, in Backöfen in offenen Feuerstellen oder eben in einem Bronsthaus vorgenommen. Ein Bronsthaus gab es in Lippramsdorf; der Name Brosthaus leitet sich daraus ab.

Lippramsdorf schien ohnehin eine "Hochburg" der Flachsverarbeitung gewesen zu sein. Schon im 17. und 18. Jahrhundert wurden die meisten Flachs-Abgaben, die an das Haus Ostendorf zu entrichten waren, aus Lippramsdorf verzeichnet. Weitere Flachs-Lieferungen kamen aus Lavesum, Lünzum, Holtwick, Bergbossendorf und Dülmen.

Aus der Statistik: Vor knapp 200 Jahren (1818) waren in Haltern 22 Webstühle zur Weiterverarbeitung von Wolle und 80 zur Leinenweberei gemeldet. Doch mit der Industrialisierung ging deren Verbreitung rapide zurück. 1860 waren insgesamt noch 78 Webstühle verzeichnet. Tuchmacher sind aus der Liste der in Haltern ausgeübten Gewerbe ganz verschwunden. Stattdessen wurde aus der Weberei ein Industriezweig in Haltern. Von 1881 bis 1889 wurde am Breitenweg die Weberei Graf betrieben, ausgestattet mit 30 automatischen Webstühlen. Vor gut 100 Jahren (1911) betrieb die Weberei Kock ebenfalls am Breitenweg eine Weberei mit 220 Baumwollwebstühlen und 110 Mitarbeitenden.

Interessant ist auch: Die Weberei Kock hatte ihr Mutterhaus in Borghorst bei Steinfurt und den Nebenbetriebt in Haltern sowie in Schöppingen. In Steinfurt gibt es die Weberei Kock bis heute. Und auf deren Homepage lassen sich noch interessante Informationen finden, die auch zur Blütezeit der Weberei in Haltern passen:

Dort heißt es: "Zu besonderer Bedeutung gelangte sie (die Weberei) während der Zeit der Industrialisierung in Europa. Dieses Erbe ist auch aus unternehmerischer Sicht im Hause Arnold Kock lebendig und bildet eine wichtige Ressource im Sinne von Innovation, Fortschritt und Zukunftsfähigkeit. B.J. Kock gründet 1825 im nordwestlichen Münsterland die erste Nesselweberei. Das Münsterland ist das bedeutendste Textilzentrum nördlich des Mains.Der rasante Aufstieg des Unternehmens unter Eduard Kock manifestiert sich 1885 in eindrucksvollen Zahlen: 240 Mitarbeiter, 400 mechanische Webstühle."

Erfahren Sie mehr über Haltern und Umgebung


Newsletter

Erfahren Sie als erstes von Aktionen und Sonderangeboten!

Öffnungszeiten Ratsstuben

Täglich von 12 bis 14 Uhr und 
18 bis 23 Uhr. Mittwochs Ruhetag.

Tisch bestellen

Die besten Plätze sind schnell vergriffen. Rufen Sie an unter 02364-3465 und reservieren
Ihren Lieblingstisch.