Eine kleine Geschichte der jüdischen Gemeinde in Haltern am See

In Haltern gab es früher auch eine kleine jüdische Gemeinde. Deren Aktivitäten bzw. die Aktivitäten einzelner Mitglieder lassen sich zum Teil mehrere Jahrhunderte zurück verfolgen. Bekannt ist auch, dass die jüdische Gemeinde im Jahr 1703 ein Haus und eine Scheune mitten in der Stadt kaufte.

Das Haus hatte seinerzeit die Nummer 24, was wohl gleichbedeutend ist mit der Adresse Rekumer Straße Nummer 5. In dem Wohnhaus wurde eine Wohnung für einen Lehrer eingerichtet, die Scheune hinter dem Haus diente als Synagoge. Noch heute gibt es in Haltern den jüdischen Friedhof. Dieser befindet sich auf dem Grundstück, das die Halterner seinerzeit Judendannen nannten - heute heißt der Weg dort auch so - lag seinerzeit unweit des Lipptores am Stadtgraben. Heute ist es eine Art direkte Verbindung zwischen Friedrich-Ebert-Wall und Südwall, aber nur noch für Fußgänger zugänglich. Das Grundstück jedenfalls - auch das weiß man noch heute - wurde von Mitgliedern der jüdischen Gemeinde im Jahr 1767 gekauft.

Man weiß außerdem, dass die Synagoge in Haltern 1773 wegen Baufälligkeit abgerissen und neu aufgebaut werden musste. Ferner ist bekannt, dass im Jahr 1795 insgesamt sieben Familien jüdischen Glaubens in Haltern lebten; 1816 waren es elf Familien, 1819 wieder sieben Familien; im Jahr 1840 wurden 76 Menschen jüdischen Glaubens registriert.

1860 wurde dann die Synagoge in Haltern erneut neu gebaut, während sich die Zahl der Menschen jüdischen Glaubens bis 1895 auf 45 Menschen reduziert hat. Bis 1925 reduziert sie sich auf 41, bis 1932 auf 27 Menschen. Bilder der Synagoge, die auch den Standort gut zeigen, sind auf den Seiten vom Heimatverein Haltern zu sehen. 

In der Zeit des Nationalsozialismus leiden auch in Haltern die Juden ganz massiv - durch Beschimpfungen, Boykott und Misshandlungen. Aus Haltern emigrieren einige Juden ins Ausland und in der Nacht vom neunten auf den zehnten November 1938 - in der "Reichskristallnacht" - wüten während des Judenpogroms auch in Haltern die Menschen und zerstören jüdisches Eigentum und die Synagoge.

Drei Jahre später werden die in Haltern lebenden Menschen jüdischen Glaubens in den Osten deportiert, während die Stadt Haltern das Gebäude an der Rekumer Straße 5 und den jüdischen Friedhof für insgesamt gut 8.750 Reichsmark aufkauft.

Zu den Deportierten gehören Hermann Cohn, Jenny Kleeberg sowie Natan, Lotte und Alexander Lebenstein. Und der Letztgenannte hat eine ganz besondere Beziehung zur Stadt Haltern. Die Realschule in Haltern heißt heute Alexander Lebenstein Realschule. Diese Schule hat eine sogenannte "Waggon AG" und auf deren Homepage beschrieb Alexander Lebenstein sein Leben in Haltern. Diese Schilderungen sind sehr eindringlich und man kann nur allen Menschen raten, sich seinen Text über sein Leben von Anfang bis zum Ende durchzulesen.

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