Die Haard bei Flaesheim

Die Haard: Beliebt bei Familien, die hier ihren Sonntags-Spaziergang machen. Beliebt bei Radsportlern, die mit dem Mountain-Bike über die Wege düsen. Beliebt bei Joggern und Walkern, die dort Höhenmeter sammeln. Beliebt bei Wanderern, die hier Kilometer sammeln. Nicht immer war es indes so friedlich in der Haard, wie man das heute bei einem schönen Waldspaziergang dort vermuten könnte. Vielmehr war die Haard lange Zeit der Zeuge einer turbulenten Geschichte.

 

Bei den Turbulenzen ging es häufig ums Holz. Holz war seinerzeit so wertvoll wie Öl in unseren Zeiten und in der Haard wuchs das Holz. Soviel war klar. Nicht immer war klar, wer von welchem Holz welche Mengen schlagen, nutzen und verkaufen darf. Ebensowenig war klar, wer dort Steine und Plaggen stechen durfte, wer an seine Schweine die Eicheln und Buchäckern verfüttern durfte.

 

Wenn man nun davon redet, dass die Flaesheimer den Wald nutzten, so ist das nicht ganz korrekt. Richtig ist es, dass ab dem Jahr 1166 ein Frauenkloster in Flaesheim gegründet wurde. Und die Flaesheimer Nonnen bekamen die Rechte an der Nutzung der Haard, wie sie ansonsten nur dem Oberhof Oer - quasi auf der anderen Seite der Waldfläche - eingeräumt wurde. Dazu zählte zum Beispiel, dass zum Beispiel innerhalb einer bestimmten Frist im Jahr zwei Wagenladungen Holz aus der Haard transportiert werden dürfen. Daran hielt man sich indes nicht allzu häufig. Im 17. Jahrhundert war die Haard daher oft komplett abgeholzt - Holzfrevel vom Feinsten, so wie man es ja auch aus der “Die Judenbuche” von Annette von Droste-Hülshoff kennt. Immer spielt sich die Handlung dieser Novelle auch in Westfalen ab; vielleicht könnte es ja in Flaesheim sein…

 

Wer sich übrigens noch intensiver mit der Haard und ihrer beschäftigen möchte, der wird beim Heimatverein Flaesheim fündig. In den Beiträgen zur Flaesheimer Geschichte gibt es auch das Papier mit dem Titel “Der stetige Kampf um die Haard” 

 

Heute ist es in der Haard eher beschaulich, auch wenn sich Wanderer und Radfahrer auf den Wegen mitunter in die Quere kommen. Ein Highlight ist immer, wenn in der Nähe des Dachsbergs am 1. Mai eines jeden Jahres ein Köhler den Holzkohlemeiler entzündet. Rund drei Wochen später wird dann die Kohle verkauft - in der Regel passend zur Grillsaison. Perfekte Holzkohle, hergestellt nach der guten, alten Art; inmitten der Haard, in der es heute auch wieder viele Bäume gibt.

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